Aktuell Demokratische Republik Kongo 18. Januar 2016

Smartphone-Hersteller profitieren von Kinderarbeit

Demokratische Republik Kongo
Smartphone-Hersteller profitieren von Kinderarbeit

Ein 13-j?hriger Junge sortiert an einem See der Demokratischen Republik Kongo Steine, die Kobalt enthalten

19. Januar 2016 – In kongolesischen Minen arbeiten schon Kinder ab sieben Jahren unter lebensgef?hrlichen Bedingungen, um Kobalt für Elektroger?te abzubauen, die aus dem Verbraucheralltag nicht mehr wegzudenken sind. Bedeutende globale Elektronikhersteller wie Apple, Samsung oder Sony k?nnen nicht garantieren, dass in ihren Produkten kein Kobalt aus Kinderarbeit genutzt wird. Dies geht aus einem heute ver?ffentlichten Bericht von Amnesty International und Afrewatch hervor.

Der gemeinsame Bericht zeigt, wie schon Kinder ab sieben Jahren unter lebensgef?hrlichen Bedingungen in kongolesischen Minen das wertvolle Mineral abbauen. "Die Elektronikkonzerne nutzen Kobalt für die Akkus ihrer Smartphones, Tablets und Laptops, also in Ger?ten, die aus unserem Verbraucheralltag nicht mehr wegzudenken sind“, sagt Verena Haan, Expertin für Wirtschaft und Menschenrechte bei Amnesty International in Deutschland.

"In der Demokratischen Republik Kongo – wo mehr als die H?lfte des weltweiten Kobalts gewonnen wird – riskieren M?nner, Frauen und Kinder im Kleinstbergbau t?glich ihre Gesundheit und ihr Leben. Allein im Südkongo starben zwischen September 2014 und Dezember 2015 mindestens 80 Bergleute", so Haan. "Globale Unternehmen dürfen sich nicht darauf berufen, dass sie angeblich nicht überprüfen k?nnen, woher wichtige Mineralien in ihrer Produktion kommen“.

"Alle an der Kobalt-Lieferkette beteiligten Unternehmen müssen ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht nachkommen und dies auch ?ffentlich machen. Falls sie von Menschenrechtsverletzungen in der Lieferkette erfahren, müssen sie sofort Abhilfe leisten – so wie es die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte verlangen“, sagt Haan.

Amnesty fordert: Die Regierungen der L?nder, in denen die im Bericht erw?hnten Unternehmen sitzen, also zum Beispiel die USA, Südkorea und Japan, müssen von den Konzernen mehr Transparenz einfordern.

"Ohne entsprechende Gesetze, die Unternehmen dazu verpflichten, Informationen über die Herkunft der Mineralien und ihrer Zulieferer zu prüfen und zu ver?ffentlichen, k?nnen die Elektronik-Konzerne weiterhin von Menschenrechtsverletzungen profitieren“, sagt Haan.

Hier k?nnen Sie den vollst?ndigen englischsprachigen Bericht "'This is what we die for" als PDF-Datei herunterladen

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